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5. Etappe -Durch Rumänien nach Hermannstadt

Auf dem Weg nach Hermannstadt brauche ich einige Zeit um zu begreifen, dass das Navi die Anweisung „Keine Autobahnen“ auch auf Schnellstraßen bezieht. Wir fahren über Straßen, in deren Schlaglöchern man Spanferkel grillen könnte. Endlich die Grenze! Aber welche Grenze? Der freundliche Herr im Häuschen erklärt uns, dass es hier in die Ukraine ginge. Wieder zurück auf dem Weg in den Süden testen wir mehrere Abzweige, um uns einen Platz für die Nacht zu suchen. Jedes mal passt irgendwas nicht. Dann weist uns der Weg zu einem kleinen Kirchlein, das sich nach 2 Kilometer Schotterpiste als komplette Klosteranlage rumänisch-orthodoxer Mönche entpuppt. Bruder Minas leitet das Kloster und schon wie ich ihn sehe weiß ich, dass hier der nächste große Moment unserer Reise auf uns wartet. Am Ende passt es immer…

Natürlich können wir hier stehen und natürlich fährt Bruder Minas zum Abendessen auf, was die Klosterküche hergibt. Vor Ostern dürfen rumänisch-orthodoxe Mönche nur vegan leben – und es ist ein Traum! Das beste vegane Essen, dass ich je auf den Teller bekommen habe.

Wir reden über Gott und die Welt und bleiben schließlich bei der Apokalypse hängen. So ein gescheiter Mensch – unglaublich. Morgen empfängt das Kloster 200 Kinder bedürftiger Familien der Umgebung. Ich hab ihm versprochen, eine Geschichte draus zu machen und Fotos in Deutschland zu veröffentlichen.

Das Kloster führt gemeinsam mit Leuten aus dem Dorf ein soziales Projekt. Federführend ist Michaela, die mit mehreren Hochschulabschlüssen doch den Einsatz für ihre „Kleinen Herzen“ einer Karriere als erfolgreiche Rechtsanwältin oder Psychologin vorgezogen hat. Wir begleiten das Projekt zwei Tage lang und sind nicht nur von Michaelas stoischem Durchsetzungswillen beeindruckt, sondern auch überrascht, wie Vater Minas Verantwortung für dieses sehr weltliche Thema übernimmt. Er ist immer dabei, begleitet jeden Schritt, spielt mit den Kindern und freut sich, dass wir dabei sind. Es ist für ihn „Fügung“ und völlig unvorstellbar, dass wir in diesem System – heute oder morgen – keine Position einnehmen.

Am Morgen werden über 200 Kinder hier versorgt – geistig und körperlich. Die Kinder und Jugendlichen sind höflich, gebildet und sehr interessiert. Natürlich grassiert auch hier der Handywahn, aber es ist doch alles noch etwas geerdeter. Ich habe nicht das Gefühl, dass diese Kids unglücklicher sind als unsere. Auch Sportlehrer Radu bricht eine Lanze für seine kleinen Rumänen. Er zeigt uns seine Schule und die Rektorin führt uns stolz zum PC-Raum und ins Labor. Gut – es könnte mal gestrichen werden, aber einen echten Unterschied zu einer deutschen Schule mag ich nicht ausmachen – auch nicht auf der schönen Kunstrasenanlage. Im Lehrerzimmer: Wieder Essen. Eine Kollegin hat Geburtstag und wenn die Rumänen Essen auffahren, dann nicht zu knapp. Reisbällchen in Kohlblätter eingerollt.

Kurz sprechen wir über das Roma-Thema und für ihn ist das klar: „Die sind nicht integrierbar!“ und diese Meinung begegnet uns immer wieder. Ich denke, man muss es akzeptieren. Radun macht mir nicht den Eindruck, als dass er Menschen in Klassen einteilt – aber er hat seine Erfahrungen. Seiner Meinung nach leben die Roma in Rumänien genau den Lebensstil, den sie leben möchten und nichts könne sie davon abbringen.

Am Tag liefert eine Hilfsorganisation aus Coburg einen Bulli mit Anhänger voller Hilfsgüter. Die Dinge werden alle dankend angenommen, aber wenn ich die Tüte mit den 300 bunten Plastikeiern „zum Dekorieren“ sehe frage ich mich, wer die wohl aus welchem Antrieb 1500 Kilometer quer durch Europa geschickt hat und wer entschied, ob man die hier brauchen könnte.

Wir entsorgen hier unseren Plastikmüll nach Rumänien, obwohl unsere Müllverbrennungsanlagen wesentlich besser in der Lage wären, mit unserem Dreck fertig zu werden. Seit 28 Jahren gibt es diese Rumänienhilfe und dafür gilt Xaver und seinen Leuten mein ehrlicher Respekt und mein tiefer Dank! Die Welt wäre ärmer und Menschen wie euch!

Aber ich persönlich denke, die Leute hier vor Ort könnten mit Geld und puren Lebensmitteln viel mehr anfangen und das auch besser organisieren. So wird wertvolle Men-Power benötigt um nicht immer wirklich nützlichen Kram zu verteilen und zu lagern. Warum schickt man Wasserkanonen nach Rumänien, oder lustige Hüte, die bei und niemand aufsetzen würde, oder rote Pappnasen? Michaela steht da mit zwei wunderschönen linken Mädchen-Schuhen . Die rechten Gegenstücke sind nicht zu finden.

Michaela erklärt uns, dass die Menschen oft meinen, nur mit Lebensmitteln cartiativ sein zu können in der Tradition des Hl. Martin: “Aber wir brauchen Zement und Farbe viel nötiger!”

Abends sind wir dann bei Rodrica zum Essen eingeladen. Auch sie tischt wieder auf als ob‘s kein Morgen gäbe. Die Großmutter führt einen großen Haushalt mit Schweinen, Hühnern und eigenem Mini-Weinberg. Sie schenkt uns eine Flasche selbst gekeltertem Rotwein, eine Cola-Flasche voll Schnaps, der mich schon vom Riechen blind macht und eine 5 Zentimeter dicke Schweineschwarte mit etwa 4 Kilogramm purem Fett. Selbst als Vegetarier komme ich aus der Nummer kaum raus – aber zumindest den Speckberg werde ich in Michaelas Tiefkühtruhe wandern lassen.

Nach dem Essen zeigt uns Michaela ihren Traum – noch ist es eine halb renovierte Bauruine, aber schon bald sollen hier Begegnungen stattfinden und Jugendfreizeiten organisiert werden. Ich weiß nicht, woher dies Frau ihre Kraft nimmt – und ihre Zuversicht. Mir scheint die Aufgabe kaum lösbar, wenn nicht eine Geldquelle aufgetan wird.

Abbrennen und auf Millionäre warten klappt vielleicht in Paris, hier nicht…

Am späten Abend kommen Michaela und Pater Minas zu uns in Wohnmobil und wir diskutieren über’s in den Himmel kommen und was man auf Erden so alles Gutes tun kann. Wir reden auch über die 600 Millionen, die für Notre Dame gespendet wurden, während es hier in Rumänien an allen Ecken und Kanten fehlt. Vater Minas sagt: „An Gott darf man nicht sparen!“ – und Punkt.

Michaela erzählt, dass die öffentliche Meinung in Bukarest laute: „Lieber Krankenhäuser als Kirchen!“ Dass aber trotz Verzicht auf den Kirchenbau keine Krankenhäuser gebaut würden ist für sie typisch in glaubensleeren Gesellschaften.

Im Oktober ist der Orden in Deutschland und ich soll eine Präsentation erstellen. Sobald ich ordentlich WLAN habe baue ich Michaela die Homepage für ihre „Kleinen Herzen“ und den Text für’s Kloster gibt’s dann auch.

Es ist Karfreitag, unser 3. Tag im Kloster. Michaela hat sich mit dem Daimler-Transporter des Klosters auf dem Schotterweg zu Ihrem Feriencamp festgefahren – ich denke nicht das erste Mal. Ein Wendeplatz würde helfen, damit nicht immer rückwärts der steile Weg gegen die Kupplung hochgestemmt  werden müsste. Nach einer Stunde hab ich den Transporter wieder in der Spur. Er hat 700.000 Kilometer auf der Uhr uns ist das technische Herz der Organisation. Es ist eine Frage der Zeit…

Ihrer überbordende Zuversicht steht den Rumänen oft ein kleiner Mangel an Voraussicht im Wege. Das gilt nicht nur für Wendeplätze.

Und das Plastik…Das ist hier gegenüber Ungarn nochmals eine Steigerung. Getrunken wird hier nur aus Plastikflaschen und die Müllabfuhr hat Schwächen. Egal wie oft wir uns „Blue Planet“-Folgen auf Netflix ansehen – die Realität sieht ganz anders aus – insbesondere in Transsylvanien. In Deutschland macht man sich keine Vorstellung davon, vielleicht auch als Folge der Tradition der Mülltrennung im „Gelben Sack“. Ich habe das mal verurteilt, heute sehe ich das komplett anders. Würde man in Rumänien für jede Flasche, die man entsorgt, einen Lei bekommen, könnte es vielleicht anders aussehen.

Sylvia ist mit Iona unterwegs und bringt Lebensmittelpakete zu bedürftigen Familien. Sie ist fasziniert und erschrocken zugleich. Die Armut ist kaum vorstellbar. Häuser ohne Fußboden und Kinder und die Hühner unter einem Dach. Mit viel Glück gibt es eine Waschmaschine, im Bad allenfalls ein Klo und ein Waschbecken. Michaela sagt: “Sie müssten so nicht leben!”

Michaelas Organisation packt außer zu den Feiertagen 4 – 5 mal pro Jahr Pakete. Besonders willkommen ist das Schulpaket, wo es für jedes Kind einen Rucksack und die notwendige Ausrüstung für die Schule gibt.

Der Gottesdienst dauert 3 Stunden von 17 bis 20 Uhr und die Zeit reicht gerade mal, um all die Bilder anzusehen, die jeden Quadratzentimeter des imposanten Gebäudes schmücken. So viele goldene Heiligenscheine auf einmal habe ich noch nie gesehen. Es macht den Eindruck, als würde hier die ganze Bibel nacherzählt. Draußen ist noch Platz für noch mehr Heiligenbilder – grinst Vater Minas sein sehr unorthodoxes Lächeln

4. Etappe – Budapest nach und die Puzsta (14. – 16. April)

„Fahrt’s nach Rumänien!“ bringt uns Karl aus Wien auf den weiteren Weg Richtung Osten. Er schwärmt von Lost Places, die es im Norden Ungarns und ganz besonders in Rumänien gebe, wo man wunderschön stehen kann. Im Ansatz ahnen wir was er meint, als wir kurz vor Budapest halt an einem See machen. Im Sommer mag hier ein Freizeitwunderland pulsieren – jetzt grade aber retten sich die einstigen Vorzeigehotels des Ostblocks von einem Verfallsjahr ins Nächste. Wir stehen auf einem Parkplatz, 50 Meter vom Wasser und es ist wunderschön hier – aber auch völlig ausgestorben. Grad haben wir uns nach dem Abendessen „Brother Sun und Sister Moon“ angesehen – ein toller Film über die Jugend des Hl. Franziskus. Wieder bleibt mir was hängen „Ich will nicht verstanden werden – ich will verstehen!“ Warum investieren wir so viel Zeit, damit andere uns verstehen?

Warum ist das so schwer mit sich ins Reine zu kommen? Ich kann die, die mich nicht verstehen nicht verändern – nur mich selbst!

Morgen müssen wir irgendwo einen Kulturstopp machen, dringend mal Duschen, Wasser auffüllen und Wäsche waschen. Danach dann in die Karparten, wo ich mich endlich mal auf einen Stein setzen und nachdenken werde, warum ich mir ständig nur selbst im Weg stehe und die Schuld den anderen gebe. Es ist alles nicht dramatisch, aber ich bin der festen Überzeugung, dass ich die nächsten Jahre lieber ohne diesen Rucksack voller unwichtiger und bremsender Befindlichkeiten auskommen möchte und das man Dinge, die einen an sich selber stören abschalten kann.

Auf dem Weg nach Budapest zieht alles an mir vorüber, was mein Bild über Ungarn prägte, von Sissi bis Arpad der Zigeuner. Was mir auffällt: Das ist hier vielleicht nicht alles in Top-Zustand, aber hier ist es blitzsauber.

Budapest

Die Hauptstadt Ungarns ist eine absolute Perle. An den Imbiss-Buden ist alles XXL und an jeder Ecke Polizei im Doppelpack. Hier ist man bereit, das kleine Bisschen Protz und Prunk mit allen Mitteln zu verteidigen. Die Kontrolleure in den U-Bahnen sind offensichtlich die Schwarzfahrer von gestern – genial gelöst noch Orban-Art.

Auf dem Schloss lässt sich eine Ungarin in einem Hochzeitskleid fotografieren, in das sie offensichtlich aufwändig hineingenäht wurde. Und überall zwischen Posern und in Beliebigkeit hübschen Mädchen entweder sich gähnend langeweilende WLAN-Kids oder nicht-wissen-was-sie-da-eigentlich-im Hintergrund-fotografierende-Selfie-Maker. Das ist hier austauschbar. Multi-Kulti ist hier nur noch eine Hautfarben-Definition. Globale Vereinheitlichung in regionaler Beliebigkeit.

Für eine Urlaubsstation wohl sicherlich ein Muss – ich bin froh dass ich da nicht nochmals hineinmuss und schiebe einen Arbeitstag vor. Sowieso: ich muss beginnen, dass alles hier als Lebensmodell zu begreifen und nicht als Aneinanderreichung touristischer Hotspots, bis es einem aus den Ohren kommt. Der Platz hier ist als Arbeits-Platz super – mit verlässlichem WLAN, Gratis-Waschmaschine und schön ruhig – abgesehen von den Jets, die alle 5 Minuten 10 Kilometer entfernt starten und landen und abgesehen von den Geräuschen, die aus dem Stundenhotel im Campingplatzzentrum dringen und Väter kleiner Mädchen in Erklärungsnot bringen.

Ich hoffe, dass wir in der Puzsta nun etwas Natur und ursprüngliches Ungarn finden.

Nach 15 Tagen haben wir 817 Euro ausgegeben (54.50 pro Tag), davon aber 200 Euro für noch notwendige Einrichtungsgegenstände und 160 Euro Diesel.

3. Etappe: Die Wachau und Wien, 9. bis 13. April

Nach zwei wunderschönen Tagen in der Wachau, die unser Tagesbudget schon allein mit den Stellplatzgebühren überfordert, machen wir uns auf den Weg nach Wien. In der Tasche die Adresse von Karl, der uns angeboten hat, dass wir auf dem Parkplatz vor seiner Wohnung im Gewerbegebiet übernachten könnten. Karl ist aber nicht nur Hausmeister einer riesigen Gewerbeimmobilie, sondern auch Umwelt-Pädagoge, Fledermausretter, Boxer, Unimog-Fan und ganz an sich ein sehr lieber Mensch, der unbedingt mehr über unser Aussteigerthema erfahren will. “Kommt’s zu mir!” 3. Etappe: Die Wachau und Wien, 9. bis 13. April weiterlesen

2. Etappe: Schalomkloster Pupping (5. – 8. April)

Die Nacht haben wir auf einem Feld bei Regensburg verbracht und sind dann am Nächsten Morgen zum Franziskanerkloster Pupping/Österreich aufgebrochen, wo wir uns mit Carsten Hille verabredet haben. Carsten hatten wir vor Jahren auf der Suche nach einem Gärtner kennengelernt und als wertvollen Ideengeber insbesondere auf der spirituellen Ebene auch schätzen gelernt. 2. Etappe: Schalomkloster Pupping (5. – 8. April) weiterlesen

1. Etappe: geisenheim (1. – 4. April)

Nachdem am Sonntagabend mit der Hausübergabe endlich alle Kapitel der Vorbereitung erledigt werden konnten, gab’s am Montagfrüh noch die Verabschiedung von meinen Schwestern. Zuvor musste noch die Wohnkabine auf dem Ford Ranger befestigt werden. Dann nach einem kleinen Zwischenstopp bei Freunden im Sauerland die erste Autobahnetappe mit unserem neuen Zuhause.

Wie unkompliziert das ging beschreibe ich HIER.

Das Ziel war nach 330 Kilometern erreicht: Unser Lieblingstante Hildegard verpflegte uns bis Donnerstagnachmittag.

Wir halten uns bereits an die 30 Euro pro Tag-Regel. Budget, das nicht abgerufen wird, kann später ausgegeben werden. Heute könnten wir theoretisch 68 Euro ausgeben. Jedem Tag werden dem Budget 30 Euro zugefügt. Die Rechnung für das tolle Abendessen (Bild) hat natürlich wieder mein grandioser Schwiegervater übernommen. Ich weiß nicht wie er es immer wieder schafft, vor uns zu bezahlen. Beim nächsten mal wird er angebunden.

Ich bin platt und spüre, dass der Stress der letzten Tage sich so schnell nicht wird abbauen lassen. Ich schlafe schlecht und wenig. Heute abend in Regensburg sind wir das erste mal seit sehr langer Zeit ohne Leute und Termine. Da freue ich mich sehr. Etwas lesen, Tee trinken, mit dem Hund raus und früh ins Bett.

Da die Visa für Russland nicht angekommen sind, haben wir beschlossen, sie uns nachschicken zu lassen nach Wien. Hier wollen wir unsere Tochter Ella treffen und etwas Kultur genießen. Heute geht’s erstmal zum Stellplatz nach Regensburg.

Bislang gefahrene Kilometer: 350
Augegeben: 52,00 Euro
Diesel: 89,00 Euro

Ford Ranger mit Nordstar Wohnkabine Autobahnfahrt

Die erste Bewährungsprobe ist gleich ein Thema, über das in den einschlägigen Foren heiß diskutiert wird: Wie verhält sich der Ford Ranger mit einer großen Nordstar Wohnkabine bei zügiger Autobahnfahrt? Dazu: Mein Ford Ranger Wildtrak mit 6-Zylinder-Dieselmaschine (200 PS) hat einiges zu schleppen. Ich denke die maximale Zuladung ist sauber erreicht. Von der Gewichtsverteilung her habe ich die beiden Fahrräder am Heck durch Gepäckkisten auf den Notsitzen ausgeglichen. Alle schweren Sachen sind im Auto, sogar die 20 Liter Reservediesel und 15 Liter Reservetrinkwasser.

Ergebnis: Der Ranger transportiert die Kabine ohne jegliche nennenswerten Schwierigkeiten. Allein das Bremsen verlangt vorausschauendes Fahren. Ich habe das bis 140 kmh bei leichtem Seitenwind ausprobiert und selbst die Korrektur-Eingriffe des Seitenlinienassistenten übertragen sich nicht auf’s Fahrwerk. Beim Abbiegen ist das Gewicht deutlich, aber nicht bedrohlich zu spüren.

Der Motor muss bei Steigungen mächtig arbeiten, trotzdem habe ich bei über 300 km gemischter Autobahnfahrt einen Verbrauchswert von 11,4 Litern erreichen können, denke aber das geht auch auf 10.5. Wir werden das Gewicht nochmals massiv senken für die zweite Autobahnetappe zum Franziskanerkloster Pupping. Mal sehen, wie sich das bemerkbar macht.

Ohne Spiegelverlängerung auf der linken Seite ist das Auto nicht sicher zu bewegen auf der Autobahn. Selbst mit Verlängerung bleibt beim Fahrbahnwechsel ein ungutes Gefühl, sodass ich mich lieber mit dem Autopiloten hinter einen Lastwagen klemme.

Minus 1 – und los geht’s

Endlich sind wir unterwegs. Nach der wirklich sehr emotionalen Verabschiedung von den geliebten Schwägerinnen und Schwestern geht es in den Rheingau. “Mr. Extrem Hilfsbereit” – also mein Kumpel Jürgen W. – hat noch schnell beim Aufbau der Kabine geholfen und dann ging es los. Ab sofort ist nix mehr mit “Minus” und es geht los. Wir warten jetzt hier auf die Visa für Russland – das kann ein paar Tage dauern und ich werde das nutzen, um mal ein paar technische Themen hier im Blog aufzuarbeiten. ich entschuldige mich dafür, dass die letzten Postings alle etwas kurz waren – aber ich bin echt platt…

Minus 2 – DANKE!!!

An dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön für all die guten Wünsche, Umarmungen und Aufmunterungen, die wir in den letzten Tagen erfahren haben. Stellvertretend für alle anderen bedanke ich mich hier bei meiner tollen Ex-Postbotin Dagmar und meinen beiden Lieblingssyrern Khaled und Chaldoun, die extra aus Bonn, bzw. Essen angereist kamen, um uns noch einmal zu sehen. Bitte seht uns nach, wenn wir nicht jede SMS, nicht jedes Posting und jede Whatsapp-Nachricht sofort beantworten – das dauer etwas!

Minus 3 – Die ersten 700 Kilometer

700 Kilometer bin ich mit dem Ranger in den letzten 14 Tagen gefahren und sitz immer noch in Allagen. Am Samstagabend dann noch eben die Waschmaschine zu Charly und Daniela gebracht, die Stehlampe zu Schallers, die Pflanzen zu Ulla und den eingetopften Weihnachtsbaum zu Ingrid. Und da war er dann dieser magische Moment: Wohnung komplett ausgeräumt und übergabebereit. Jetzt brauche ich die Ladefläche nicht mehr und kann endlich die Kabine montieren.