Archiv der Kategorie: Reiseblog

Minus 5 – Hundefreunde

Auch unser Michel muss sich verabschieden. Sein bester Freund Anton hat auf jeden Fall gespürt, dass er geht, denn so nassgesabbert hat er Michels Ohr bislang noch nicht. Auch die Kumpels aus seinem Rudel bei SafeBox am Puddelhammer (Foto) werden ihn sicher vermissen. Die Katzen hier oben am Bockholt werden sich freuen, denn bald gehört ihnen das Revier alleine. Allerdings können sie ihre Kackhaufen nicht mehr unserem Michel zuschieben. Jetzt kommen die Viecher mal selbst in Verdacht…

Minus 6 – Wie’s kommt

Derzeit kommt’s wie’s kommt und das alte Leben greift mit Macht nach mir. Völlig unerwartete und teils auch gar nicht mehr zu klärende Dinge werfen einen aus der Bahn und die Fülle der kleinen und großen Sachen, die erledigt werden müssen, sorgen für massiven Schlafentzug.

Das Schläfchen hole ich mir zwischendurch. Im Stau, bei meiner Schwester auf dem Sofa, auf der Bank im Straßenverkehrsamt oder in der Warteschleife der Telekom. Manchmal erwischt es mich auch völlig unvorbereitet während des

Minus 8 – Angst vor Veränderungen

Aussteiger müssen vor allem eins tun, eine Entscheidung treffen – und zwar eine Entscheidung, die sehr viele, sehr unterschiedliche und auch in der Bedeutung extrem variierende Folgen mit sich bringt, über die man dann nicht mehr entscheiden muss. Es ist quasi eine Master-Entscheidung. Wer aussteigen will, muss z.B. kündigen, sein Haus verkaufen, sich von seinen Freunden verabschieden und damit klarkommen, dass Themen wie Rente und das soziale Umfeld neu geordnet werden.

So eine Entscheidung mit den klassischen Entscheidungsbewertungen falsch oder richtig einordnen zu wollen, funktioniert aber nur bedingt und wie immer, wenn man sich zwischen falsch und richtig nicht einsortieren kann, kommt das Gefühl dazu: Also es fühlt sich entweder gut oder schlecht an.

Bei uns hat sich das Gefühl Aussteigen zu wollen und es auch letztendlich zu können, von Anfang an gut angefühlt – also musste es wohl auch richtig sein. Daraus entwickelt sich Zuversicht. Fühlt es sich schlecht an, dann erwächst daraus Zeifel und später Angst.

Nun hat aber Gott der Herr oder die Evolution dafür gesorgt, dass Zweifel, Angst und Zuversicht zu wichtigen Überlebensmerkmalen wurden.

Wer also zweifelt, der sollte sich erst mal um diese Ängste kümmern und überlegen, wo sie herkommen und ob sie begründet sind, wer zuversichtlich ist, sollte sich auf jeden Fall genau überlegen, ob er nicht besser zweifeln sollte. Genau an dieser Stelle kommt die Rationalität ins Spiel und Menschen, die eher zur Zuversicht, als zur Angst tendieren – ohne das eine oder andere klar begründen zu können – werden die Frage nach der Möglichkeit des Aussteigens entspechend bewerten: Gas geben oder auf die Bremse treten.

Astrid Lindgren hat ihre Pippi Langstrumpf mal sagen lassen: “Das haben wir noch nie versucht, also wird es schon gutgehen!” Ein guter Freund hat mir mal gesagt: “Sowas habe ich noch nie gemacht, also ist das nichts für mich!” Jeder Mensch hat eine “Warum ich das nicht tue”-Antwort, und die sollte immer mal hinterfragt werden.

Bei uns kam zur grundsätzlichen Zuversicht auch noch das positive Ergebnis einer rational behandelten Entscheidungskette dazu. Ja, wir konnten das Haus gut verkaufen, ja, ich kann auch unterwegs Geld verdienen, ja, wir kommen auch auf kleinstem Raum gut miteinander aus.

Wir hören oft “Das würde ich mich nicht trauen!” Was impliziert das denn? Dass man gehen würde, wenn man den Mut hätte? Aber wie komme ich denn ohne Mut zurecht – in welcher Welt und wo auch immer?

Der Mensch ist ein komisches System, den bei aller Genialität kann er das Thema “Angst” nicht wirklich steuern. Bestes Beispiel: Wir wissen ganz genau, dass wir derzeit dabei sind, unsere Welt mit Schmackes zu zerstören. Es gibt genug wissenschaftliche Studien und niemand, der sich ernsthaft damit auseinandersetzt zweifelt daran, dass in 50 Jahren nichts mehr so sein wird wie heute.

Warum wir nichts dagegen tun? Weil wir keine Angst davor haben und Frau Merkel das schon richten wird. In Systemen wie unseren hat der Einzelne keine Angst oder übertriebene Zuversicht zu haben – dann funktioniert es nicht mehr.

Hätten wir Angst vor der Katastrophe, dann würden wir etwas dagegen unternehmen. Da wo die Angst zu Entscheidungsprozessen beiträht, hat Sie ein mächtiges Stimmchen mitzureden, wo die Evolution oder Gott der Herr sie für nicht zielführend hält, ist sie obsolet.

Minus 12 – es wird nicht weniger

Jeden Tag bringe ich ein oder zwei Pickup-Ladungen Zeugs in unseren Container oder auf die Deponie und mich deucht, irgendein griechischer Göttervater hat mir eine unlösbare Aufgabe gestellt, denn der Kram zuhause wird nicht weniger.

heute habe ich um Container umgestapelt und noch mal drei oder vier Kubimeter Platz geschaffen, aber ob das reicht? Die Waschmaschine ist noch da, der Trockner, das letzte Bett, die Teppiche und vor allem die Pflanzen. Minus 12 – es wird nicht weniger weiterlesen

Minus 13 – Israel

Meine Frau will nach Israel und zugegeben – rein entfernungstechnisch wäre das ‘ne Tagesetappe durch Syrien und klacks wär man da. Die aktuellsten Reisetipps empfehlen einen Bus ab Ankara, aber ich denke, auch diese Linie dürfte inzwischen eingestellt sein. Man kommt irgendwie rüber, aber es ist ein Mega-Aufwand und ein Jahr ist nicht so lang, wenn man von Warstein in den Kaukasus, ans Nordkapp und in die Sahara will. “Das geht nur nicht weil du das nicht willst!” mosert die beste aller Beifahrerinnen ganz im Stile von Ephraim Kishons Gattin. Minus 13 – Israel weiterlesen