Etappe 19 – Spanien / Portugal

Zurück in Europa – diesmal für uns etwas ganz besonderes. Als wir für knapp 6 Wochen nach Marocco übersetzten, war in Europa noch alles in Ordnung. Jetzt bestimmen der geplatzte Flüchtlingsdeal mit der Türkei und Corona die Schlagzeilen. Man misst uns die Temparatur bevor wir an Bord gehen – ansonsten sind die Grenzformalitäten erstaunlich lässig. Wir werden auf beiden Seiten quasi durchgewunken.

Unseren Eersten Stopp machen wir im Surfer-Paradies Tarifa und haben beim Essengehen in einem ganz normalen Restaurant unser Vernügen. Das Essen in Marocco hat uns gar nicht gefallen und eine spanische Tapas-Bar ist zumindest für heute Abend der Himmel auf Erden.

In Tarifa tummeln sich die Surfer, vor allem die älteren – die Landschaft und das Meer sind atemberaubend. Nachdem unsere “Kultur-Tanks” wieder aufgefüllt sind fahren wir weiter nach Sevilla und sind geflasht von dieser tollen und unglaublich lebendigen Stadt, die von Mauren, Christen und Juden gleichermaßen geprägt wurde.

Auf dem Campingplatz unserer ersten Portugalstation treffen wir rein zufällig Birgit und Wolfgang aus unserem Heimatdorf. Die beiden sind reisefertig und sehen dem heimweg quer durch Europa mit Spannung entgegen. Angeblich macht Spanien die Grenzen dicht. Auf unserem Stellplatz wird engagiert diskutiert. Hier in Faro ist es entspannt, aber wenige Kilometer weiter sind schon Campingplätze geschlossen worden.

Gestern, am 19. März wurde in Portugal der Notstand ausgerufen, obwohl mal nur knapp 500 Personen infiziert sind und sich die Zahl kaum verändert. Auf dem Campingplatz wird es zunehmend ungemütlicher – die Nerven liegen blank und wegen kleinster Sachen kommt es zum Streit. Wir könnten heim, die Grenzen sind offen, aber derzeit wüssten wir ja nichtmal wohin. Freunde aus Österreich haben uns ihre Ferienwohnung angeboten und Ella prüft gerade in Wien, ob wir einreisen dürfen. Eine Alternative wäre der Stellplatz an der Zugspitze – eh unser 2. Zuhause – aber die mailen, dass sie nicht wissen, wie lange sie den Platz noch offen halten können.

Andererseits: Ich habe wegen der Coronakrise und dem Dieselskandal gerade unglaublich viel zu tun und könnte im Augenblick gar nicht 4 oder 5 Stunden am Stück reisen. Es bleibt spannend.

Gestern haben wir beim spazierengehen zu viert an der Straße zusammengestanden – da kam ein junger Portugiese und hat uns mehr oder weniger freundlich auseinandergetrieben. In zehn Tagen ist unser Auszeit-Jahr vorbei – wir hätten uns ein anderes Ende gewünscht.

Irgendwann beruhigt sich aber dann alles. Wir erfahren, dass die aktuelle Verordnung eine Öffnung der Stellplätze bis zum 17. April vorsieht, danach soll das Risiko neu bewertet werden. Sollte es in Sachen Corona weiter so entspannt bleiben an der Algarve wie im Moment, dann können wir hier die schlimmste Zeit an einem der schönsten Plätze der Welt aussitzen. Die registrierten Fälle kann man hier an der Küste an einer Hand abzählen. 95 % der portugiesischen Corina-Fälle sind in Lissabon und Porto verortet. Trotzdem werden die Verordnungen hier eingehalten, sodass ich davon ausgehe, dass es ruhig bleiben wird. Der Mini-Markt neben dem Campingplatz führt alles was man braucht, das Wetter ist toll, am Strand kann man super spazieren gehen. Also werden wir wohl erstmal bis zum 17. April hier bleiben. Auf dem Platz sind derzeit 95 Wohnmobile – 15 sind in den letzten drei Tagen abgereist.

Wir sind jetzt seit drei Wochen auf diesem Platz und von den 95 Wohnmobilen sind bislang 20 abgereist. Man lässt uns hier weitestgehend in Ruhe. Das Wetter ist sehr wechselhaft, aber immer warm. Wir halten es ganz gut aus, zumal ich viel Arbeit habe und ein Platz am Meer ist nicht der schlechteste Ort in diesen Tagen.

Einmal die Woche kommt die Polizei, patroulliert über den Platz, befragt ein paar Leute und geht dann wieder. Ausser Lebensmittelgeschäften ist alles zu.

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